Hunde

Hundegeschichten


Plötzlich spürte er etwas hinter sich. Das feine Gespühr eines Hundes trügt nicht und er betete zu dem grossen Hundegott, das Frauchen ihn nicht gefunden hat. Aber das glorreiche, wohlbekannte und Speichel im Hunderachen produzierende Rascheln einer Aldi-Leckerlie-Tüte konnte nicht Frauchen, sondern nur der gute, alte Herr Schröder sein.Freudig wedelnd drehte sich Steven um - es musste einen Hundegott geben, sein Herr Schröder schon um diese Uhrzeit hier! Der alte Mann nahm mit seiner zittrigen linken Hand die Leckerlie-Tüte aus seiner Manteltasche und gab Steven einen großen Hundekeks "Na, Steven, was machst du denn schon hier? Bist mal wieder vor Frauchen weggelaufen?" Sanft tätschelte Herr Schröder den Kopf des Hundes

Herr Schröder kommt vom Land und hat oft Steven erzählt, wie das damals mit den Hunden war, als er noch jung war. Viele Leute waren gemein zu ihren Hunden und gaben ihnen Abfall zu fressen (was Steven nicht als schlecht erachtete), aber Herr Schröder mochte schon immer Hunde. Wenn sie lange beieinander sassen und Frauchen dazukam flüssterte sie Steven oft ins Ohr, das der arme Herr Schröder sicher einsam ist.

Aber Steven liebte Herrn Schröder heiß und innig. Er hörte ihm gern stundenlang zu, wenn er von früher erzählte. Besonders hatten es ihm die Geschichten von Rosca, der Berner-Sennen-Hündin angetan, die Herr Schröder als Rettungshund ausgebildet hatte. Rosca hat in ihrem Hundeleben sehr vielen Menschen das Leben gerettet, die irgendwo verschüttet waren.So wäre Steven auch gerne gewesen. Ein strahlender Held mit einer Ehrenmedaile und einem Wurstpokal. Aber er war nur Steven, der Familienhund, der hin und wieder einem Stöckchen nachrannte, oder neben dem Fahrrad lief.

Er hatte noch nie mehr als den Park um die Ecke und im Sommer die Nordsee in seinem Hundeleben gesehen. Was Rosca für Abenteuer erlebt haben musste - sie war zu Einsätzen bis in die Türkei geflogen. Plötzlich richtete sich Steven auf "Es musste mehr in meinem Leben geben als Stöckchenspiel und ödes Fahrradfahren! Ich werde in die Welt hinausziehen und dort leben wo ein Hund noch ein Hund sein kann!"

Und wenn er zurückkehrte, würde er seiner Hundeliebe Betty von seinen grossen Abenteuern erzählen. Die würde Augen machen, denn insgeheim hielt Betty ihn für einen grossen Aufschneider. Steven rannte zu dem Loch im Zaun, doch diesmal würde er nicht die Familie Zwiegler und ihren allzufetten Mops besuchen, sondern Abenteuer bestehen.

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